21. April: Honigbewertung – Vortrag mit praktischer Übung

Mitmach-Seminar zur Honigbewertung

Nach einem Vortrag von Hubert Otto zur erfolgreichen Teilnahme an einer Honigbewertung werden wir gemeinsam eine solche simulieren. Bitte bringt dazu euren eigenen Honig mit. Durch diesen praktischen Teil möchten wir zuvor vermitteltes Wissen praktisch nachvollziehen. So sollen ein Verständnis für die erfolgreiche Teilnahme an einer Honigbewertung und mehr Transparenz hergestellt werden.

Wann
Samstag 21. April 2018, 10.00 bis ca. 16 Uhr

Wo
Landwirtschaftszentrum Haus Düsse, Ostinghausen, 59505 Bad Sassendorf

Kosten
10,- € (inkl. Mittagessen)

Anmeldeschluss
31. März 2018

Anmeldung an:

schulte.werner(at) gmx.de
Telefon: 02942-6120

Referent
Hubert Otto Stellvertretender Vorsitzender des LWL

Programm

  • Vortrag (1,5h): „Erfolgreiche Teilnahme an der Honigbewertung“, Referent: Hubert Otto.
  • Themen: Rückblich auf die Honigbewertung 2017, Bewertungskriterien, Besprechung der Ergebnisprotokolle
  • Praktischer Teil: Simulation einer Honigbewertung (Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit das zuvor Gelernte anzuwenden und selbst eine Honigbewertung vorzunehmen)
  • Fragerunde: Besprechung der internen Honigbewertung

Interview mit Dr. Sebastian Spiewok

„Mehrere Tonnen Mittelwände mit verfälschtem Bienenwachs sind im Umlauf.“

So schätzt das Deutsche Bienenjournal Ende 2016 die Situation ein. Es ist heute sogar von einem Wachsskandal die Rede. Dr. Sebastian Spiewok ist in der Redaktion des Deutschen Bienenjournals beschäftigt und setzt sich schon lange mit dem Thema auseinander. Er hat uns in unserem Vorhaben einen eigenen Bienenwachskreislauf zu initiieren mit einem Vortrag bei der Veranstaltung zur Vorstellung der Mittelwandprägewalz unterstützt. Aus diesem Anlass habe ich ein schriftliches Interview mit ihm geführt.

Herr Spiewok, der Kreisimkerverein Soest hat sich eine Mittelwandprägewalze angeschafft. Damit möchte er seinen Imkern ermöglichen, sich unabhängig zu machen von industriell hergestellten Mittelwänden aus möglicherweise gepanschtem Wachs Als Redakteur des Deutschen Bienen-Bournals unterstützten Sie dieses Vorhaben. Was ist Ihre Motivation?

Durch meine Recherchen habe ich mitbekommen, was Mittelwände aus gestrecktem Bienenwachs anrichten können. Sowas wünsche ich wirklich niemanden. Das hat auch meinen Blick auf das Wachs geändert. Wir haben dieses Bienenprodukt als Teil des Bienenvolkes, aber auch als Qualitätsprodukt aus den Augen verloren. Dabei will ich ganz klar hervorheben, dass es am Markt durchaus gutes Bienenwachs gibt. Dennoch halte ich einen eigenen Wachskreislauf für erstrebenswert. Vor allem kleinere Imkereien müssen dazu jedoch einige Hürden überwinden. Sie müssen beispielsweise eine Mindestmenge an Wachs für die Verarbeitung zu Mittelwänden durch einen Umarbeiter haben. Ein entsprechendes Vereinsangebot beseitigt diese Hürden. Zugleich erhöht es die Attraktivität des Vereins, was zu neuen Mitgliedern führen kann. Ich hoffe, dass viele Vereine dem Beispiel des Kreisimkervereins Soest folgen.

Welche Alternative zum eigenen Bienenwachskreislauf haben wir Imker?

Eine Alternative wäre natürlich die Imkerei mit Naturwabenbau. Wer aber auf Mittelwände nicht verzichten möchte, der sollte beim Einkauf auf ein Zertifikat achten, das die Echtheit des Bienenwachses bestätigt. Wer sogenannte „pestizidarme“ Mittelwände kauft, sollte auf ein Zertifikat bestehen, das zeigt, nach welchen Rückständen bei welcher Bestimmungsgrenze gesucht wurde. So gibt beispielswiese eine Analyse allein auf Varroazide keinen Aufschluss darüber, was für andere Stoffe noch im Wachs stecken könnten. Leider kursieren in der Literatur und im Internet diverse Tests auf Verfälschungen, die nicht zuverlässig sind. Abgesehen von einer Laboranalyse können bislang nur die Bestimmung der Abkühlkurve des erhitzten Wachses sowie der Thie-Test auf Stearinzusatz sichere Hinweise auf Verfälschungen geben.

Und noch eine persönliche Frage. Sie haben in Südafrika, den USA und Australien geforscht. Was können wir von der dortigen Imkerei lernen?

Wenn ich an die USA denke, fallen mir ehrlich gesagt erst einmal Dinge ein, die ich mir für die Imkerei in Deutschland nicht wünsche. Dazu gehört allen voran der teils enorme Medikamenteneinsatz in den Bienenvölkern. Aber die Imkerei in den USA ist auch sehr divers. Man täte ihr unrecht, sie über einen Kamm zu scheren. In Südafrika müssen die Imker mit Bienen imkern, die sehr schnell aus der Beute ausziehen, wenn ihnen etwas nicht passt. Das führt dazu, dass die Imker eher mit Rücksicht auf die Triebe der Bienen arbeiten, statt gegen diese vorzugehen. Auch wenn die Situation so nicht auf Deutschland übertragbar ist, so ist der Gedanke doch wert, weitergedacht zu werden. Und Australien? Da habe ich es einfach mal genossen, ohne Varroa zu imkern!

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Eigener Wachs – Wie es dazu kam

Endlich sind wir soweit!

Seit einigen Jahren wird der eigene Wachskreislauf bei den Imkern immer mehr zum Thema. Aus diesem Grunde haben sich einige Imker Mittelwand Gießformen angeschafft. Die Gießform ist für viele Imker nicht zufriedenstellend. Ich selber habe mit einem befreundeten Imker, so meine Mittelwände hergestellt. Das war für mich damals der Einstieg in den eigenen Wachskreislauf. Mittelwände mit so einer Gießform herzustellen war eine große Herausforderung und mit viel Arbeit verbunden.

Deshalb beschloss ich den Imkerverein Salzkotten beizutreten, der eine Mittelwand Prägewalze hat. Dies erleichterte meine Arbeit um ein Vielfaches. Jedes Jahr im März treffen wir uns dort in Gruppen und walzen unsere Mittelwände.

Nicht nur unsere Mittelwände werden dort gewalzt. Nein, es werden dort auch viele Themen aus der Imkerei gewalzt. In den Walzpausen nehmen wir dann zur unserer körperlichen Stärkung nicht nur Kaffee und Kuchen zu uns. Es wird auch schon mal der Flaschengeist aus der Flasche herausgelassen.

Das schönste an diesen Walzterminen ist das Treffen der Imker, die man sonst schon mal das ganze Jahr nicht trifft.

Dann kam der Honigmarkt 2015 des Kreisimkervereins Paderborn in Salzkotten.Hier wollten wir mit unserem Imkerverein Salzkotten auch unsere Prägewalze vorstellen. Es musste ein Team für diesen Tag an der Prägewalze gefunden werden. Ich gehörte dem Team an und lieferte die Wachstafeln zum Prägen, die kurzfristig hergestellt werden mussten. 70 kg Wachstafeln.

Diese Mittelwandherstellung, war der Hammer des Honigmarktes. Unser Stand war immer dicht mit Besuchern gefüllt. Es wurden viele Fragen gestellt und auch beantwortet. Hier war der Anfang des Kreisimkervereins Soest sich mit dem Thema einer Prägewalze zu beschäftigen. Und so wurde ich zum Bindeglied zwischen den Imkerverein Salzkotten und dem Kreisimkerverein Soest.

Es gab viele Nachfragen von Imkern aus dem Kreisimkerverein Soest, als Besucher an unseren Walzterminen teilzunehmen. In unseren Vorstandssitzungen wurde dann auch regelmäßig von so einer Mittelwandherstellung gesprochen. In der letzten Vertreterversammlung haben wir beschlossen eine Prägewalze anzuschaffen. Da ich derjenige war, der Praxis- und Vorkenntnisse hatte, wurde ich beauftragt, mich auf den Markt umzuschauen was wohl für uns in Frage kommen würde.

Nach vielen Anfragen und Gesprächen haben wir, der Kreisimkerverein, uns dann für die jetzige Prägewalze entschieden. Damit war der Weg frei für die Anschaffung der Prägewalze, Wärmebecken, Schneidetisch und sonstige Kleinteile. Heute biete wir mit der Anschaffung einer Mittelwandprägewalze und den dazu gehörenden Komponenten den 14 Imkervereinen einen eigenen Wachsreislauf mit der Mittelwandherstellung an.

Nun hat auch in unserem Verein jeder die Möglichkeit seine eigenen Mittelwände herzustellen! Dafür bringt Imker seine vorbereiteten Wachstafeln zum Walztermin mit und walzt seine Mittelwände. Dadurch hat er die Möglichkeit, die Qualität seines Wachses selber zu beeinflussen:

  • die Stabilität der Waben,
  • die Reinheit des Bienenwachses,
  • die Rückstandsbelastung  und
  • auch die Gesundheit der Bienen.

 Die im Handel erhältliche Wachsqualität ist oftmals Vertrauenssache oder von einem guten Qualitätssicherungssystem abhängig.

Die größte Sicherheit wird jedoch erreicht, wenn der Imker einen eigenen Wachskreislauf hat und seinen Bienenwachs selbst umarbeitet. Damit ist gewährleistet, dass der Imker seinen Wachs, den er zum Walzen mitbringt auch wieder mitnimmt!

Dank an die Spenderinnen und Spender

Folgende Förderer haben uns unterstützt:

Buschkühle Frische Center Geseke:  800 Euro
E-Center Olav Dumke Warstein:  500 Euro
Raiffeisen Kornhaus Geseke:  250 Euro
Sparkasse Lippstadt:  700 Euro
Dental Labor Schulte:  160 Euro

Wir bedanken uns bei den Spenderinnen und Spendern für ihre Unterstützung.

Einen Teil der Anschaffungskosten für unsere neue Mittelwandprägewalze haben wir aus Eigenmitteln finanziert.

v.l.n.r.: 2. KIV Vorsitzender Werner Schulte, Spender Edeka Center Warstein – Olav Dumke, Rechnungsführer Fritz Pieper, Spender Sparkasse Lippstadt – Thomas Raulf, Spender Dental-Labor Schulte Störmede – Marcus Schulte

nicht auf dem Bild: Josef Hanebrink, Raiffeisen Kornhaus Geseke; Josef Schniedermeier, Buschkühle Frische Center Geseke

Eigener Bienenwachskreislauf – Hintergrund

Bienenwachs ist die natürliche Verpackung des Honigs und gehört zur eigentümlichen Umgebung der Biene.

Der Kreisimkerverein mit seinen 14 Ortsvereinen initiierten Anfang des Jahres einen eigenen Bienenwachskreislauf . So soll die hohe Qualität des Imkerhonigs gewährleistet werden. Unser Anliegen ist es, ein für den Verbraucher einwandfreies Lebensmittel ohne Rückstände herzustellen.

Was ist das Problem?

In Umlauf geratene Mittelwände aus verfälschtem Wachs gefährden Bienen und die Qualität des Honigs. Mittelwände sind flache Wachsplatten (sogenannte „Wachstafeln“), die der Imker in Rähmchen einspannt und sie in seinen Bienenkästen einhängt. Die Arbeiterbienen bauen sie im Laufe der Saison mit ihrem selbst ausgeschwitzten Wachs weiter aus. In die so entstandenen Zellen legen sie ihre Larven und ihren Honig. Mittelwände werden in der Imkerei verwendet, um den Wabenbau der Bienen zu ordnen und zu beschleunigen.

Gepanschte Mittelwände, die in den Umlauf geraten sind, gefährden seit einiger Zeit und anscheinend in zunehmendem Maße die Bienen, weil sie Stearin und Paraffin enthalten. Wenige Larven, die in diesem verfälschten Wachs heranreifen schlüpfen. Häufig sind die Bienen zu klein oder es entstehen Bienenvölker, die den Winter nicht überleben können. Zudem kommt es zu Qualitätseinbußen beim Honig und zu einer abnehmenden Bestäubungsarbeit der Honigbiene.

Leider gibt es bis heute keine Richtlinien, Normen oder andere verbindliche Werte, dem ein Bienenwachs für die Herstellung der Mittelwände entsprechen muss. Für den Imker selbst ist schwer oder auch gar nicht zu ermitteln, ob die Mittelwände, die er kauft, verunreinigt sind, oder nicht.

Unser Vorhaben:

Deswegen möchten wir den Wachs den unsere Bienen selbst produzieren „recyceln“, indem wir ihn nutzen, um eigene Mittelwände herzustellen.

Dafür haben wir folgendes Material angeschafft:

  • eine Prägewalze zur Herstellung der Mittelwände für 7075 Euro,
  • Formen für die Wachstafeln für ca. 120 Euro,
  • ein Wasserbad zum Erwärmen der Wachstafeln für ca. 300 Euro,
  • einen Schneidetisch ca. 3m und einige Kleinteile für ca. 465 Euro und
  • ein Trichter für ca. 40 Euro.

Für die Anschaffung des Materials entstanden uns Kosten in Höhe von ca. 8.000 €.

Immer wieder „Völkersterben“ – hausgemacht oder Fremdeinwirkung?

Imker diskutierten im Haus Düsse

Im Haus Düsse (Bad Sassendorf) trafen sich am 11. Oktober 2014 fast einhundert Imkerinnen und Imker aus Nah und Fern, um ein Thema zu diskutieren, das seit vielen Jahren ausschließlich in den Medien zu existieren scheint. Organisiert wurde der Vortrag mit Diskussion von dem Imker Werner Schulte, Geseke-Ehringhausen. Vortragender war der Bochumer Imker Dr. Gerhard Liebig. Als Bienenwissenschaftler hat er drei Jahrzehnte lang den Einfluss der Umwelt auf die Entwicklung von Bienenvölkern untersucht.

Medien dramatisieren Bienensterben

Zu Beginn des Seminars zitierte der Referent aus dem am 26. September 2014 vom SWR ausgestrahstrahlten Dokumentarfilm „Warum sterben die Bienen?“. Der Film beginnt mit der Aussage eines, dass es eine Tatsache sei, dass weltweit die Anzahl der Bienenvölker dramatisch zurückgehe. Diese Behauptung findet sich auch in älteren Dokumentarfilmen (wie „MORE THAN HONEY“, „Tod im Bienenstock“), in Broschüren (wie von Greenpeace „Bye, Bye, Biene?“), in Aufsätzen (wie von der Stiftung Warentest „Wenn das Summen verstummt“) und in Flyern (wie vom BUND „Bienensterben stoppen! Pestizide – Gift für Mensch und Umwelt).

Weltweites Wachstum an Bienenvölkern

Dr. Liebig stellte eine Statistik der FAO vor, auf die jedermann, auch Filmemacher und Journalisten zugreifen können, nach der seit vielen Jahren die Anzahl der Bienenvölker weltweit ansteigt, besonders stark in Asien und dort in China. Von China wird behauptet, so auch DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 18/2014, in einigen Obstanbaugebieten müssen die Blüten mit der Hand bestäubt werden, weil es keine Bienen mehr gibt. Wie ist dann zu erklären, so fragt Dr. Liebig, dass die Apfelproduktion in China seit den 1980er Jahren stetig auf das Vierfache angestiegen ist bei relativ konstanter Anbaufläche? Weil die Handbestäubung so gut funktioniert? Oder weil die Völkerdichte in China inzwischen höher liegt als in den USA?

Umstrittenes Zitat von Albert Einstein

Dr. Liebig zitierte auch einen Philosophen, dass durch ständige Wiederholung die Lüge zwar nicht zur Wahrheit, aber zu einer „Tatsache“ wird. Diese Erkenntnis gelte für die gesamte Berichterstattung über Ausmaß, Ursachen und Folgen des „Bienensterbens“. Bezüglich der Folgen des „massenhaften“ „weltweiten“ „Bienensterbens“ war in der Vergangenheit auch sehr häufig ein Zitat von Albert Einstein zu lesen und zu hören, laut dem der Mensch nur noch vier Jahre zu leben habe, wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet. Dieses Zitat ist Quatsch, so Dr. Liebig. Als Beleg verwies er unter anderem darauf, dass der Erdteil Amerika vor seiner Entdeckung honigbienenfrei war, und es dort dennoch eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt gab. Der Film „MORE THAN HONEY“ trägt das Prädikat „besonders wertvoll“ und wird mit dem „Einstein-Zitat“ beworben.

Umstrittener Einsatz von Pestiziden

Die um Natur, Umwelt und Verbraucher besorgten Schützer haben übereinstimmend und häufig wortgleich die Intensive Landwirtschaft als Verursacher des Bienensterbens ausgemacht. Einen begründeten Anlass für diese Sichtweise lieferte das durch die Maisausaat Ende April 2008 ausgelöste Bienensterben im badischen Rheintal, das durch fehlerhaft gebeiztes Saatgut zustande kam und sich nicht wiederholt hat. Dr. Liebig war an der Erforschung der Ursachen und Folgen dieser Katastrophe beteiligt, bei der etwa 12.500 Bienenvölker geschädigt wurden. Kein Volk verstarb. Die geschädigten Völker hatten sich bis Juli 2008 wieder erholt. Mit diesem Vorfall ist die Saatgutbeizung in Verruf geraten und mit ihr die neuartigen Pestizide, insbesondere die Neonicotinoide. In einigen Studien wurde festgestellt, dass diese Insektizide wenn sie in subletalen Dosen an Einzelbienen verfüttert werden, das Orientierungsvermögen schwächen. Die kontaminierten Bienen sammelten angeblich weniger und fänden auch nicht mehr in ihren Stock zurück. Für Dr. Liebig steht zweifelsfrei fest, dass ein solcher Schaden bei sachgerechter Ausbringung von Pestiziden nicht auftritt. Auch würden durch Pestizideinsatz und Monokulturen die Anfälligkeit der Völker für Krankheiten und Parasiten nicht erhöht, wie es immer wieder behauptet wird.

Umstrittene grüne Gentechnik

Im langjährigen Durchschnitt werden in Deutschland jährlich etwa 100 Schadensfälle registriert, bei denen ungefähr 1000 Bienenvölker durch unsachgemäßen Pestizideinsatz geschädigt werden. Selten stirbt ein Volk dabei. Dennoch haben die Umweltverbände erreicht, dass einige Neonicotinoide in der EU vorläufig nicht mehr angewendet werden dürfen. Für viele „Experten“ ein Schritt in die richtige Richtung, für Dr. Liebig ein falscher Schritt. Er ist der Überzeugung, dass ohne Pflanzenschutz die Produktion von gesunden Lebens- und Futtermitteln nicht möglich ist. Die Saatgutbeizung wäre ökologisch verträglicher als das Spritzen. Noch besser wäre die Zucht von Pflanzen die resistent oder tolerant gegenüber Schädlingen und Krankheiten sind. Leider seien die Vorbehalte gegen die Einführung der Grünen Gentechnik, die wesentlich sicherer seien als die klassische Pflanzenzucht, in der Bevölkerung sehr groß. Sie wird besonders vehement von Umwelt- und Naturschützern vertreten.

10 Prozent Bienensterben im Jahr normal

Die Ausführungen von Dr. Liebig wurden auch in den Pausen lebhaft diskutiert. Der Referent hatte keine Pausen. Am Nachmittag ging er auch ausführlich auf das Sterben von Bienenvölkern im Winter ein. Ein Völkerverlust von durchschnittlich 10% wird als normal betrachtet, wobei in jedem Winter die Schwankungsbreite bei den ungefähr hunderttausend Bienenhaltern in Deutschland zwischen 0 und 100% liegt. Auch das ist nichts Besonderes. In vielen langjährigen Feldstudien wurde als Hauptursache die unzureichende Bekämpfung der Varroamilbe ausgemacht. Das wird auch in dem SWR- Film „Warum sterben die Bienen“ erwähnt und vom Filmemacher bezweifelt.

Lebhafte Diskussionen

Das zweifellos fachkundige Publikum im Haus Düsse stellte die Ausführungen von Dr. Liebig zu diesem Thema nicht in Zweifel. Nach dem Seminar demonstrierte er am späten Nachmittag an den im Außenbereich aufgestellten zehn Bienenvölkern der Ruhr-Universität Bochum wie eine zeitgemäße Varroabehandlung zu erfolgen hat. Sie ist in die „Spätsommer- und Herbstpflege“ integriert. Auf das Detail kommt es an. Völker gehen verloren, wenn es nicht gelingt, die besonders empfindlichen Winterbienen im Brutstadium vor übermäßig starkem Varroabefall zu schützen.

Autorin: Hela Mikkin, Dortmund

Lehrgang zur Königinnenzucht

+++ Diese Veranstaltung ist leider AUSGEBUCHT. Gerne kann ich Sie in eine Warteliste aufnehmen, damit Sie nachrücken können, wenn ein anderer Teilnehmer absagen sollte. +++

am 29. März 2014

von 9:30 bis ca. 16.00 Uhr

Dieser von mir angebotene und organisierte Lehrgang beinhaltet zwei Teile, einem theoretischen und einen praktischen. Der theoretische Teil wird auf „Haus Düsse“ stattfinden. Dort werde ich in einem Vortrag über folgende Themen informieren:

• Zuchtvolk aussuchen
• Zuchtrahmen bauen
• Näpfchen gießen
• Futterteig anfertigen
• EWK oder Kirchheimer vorbereiten
• Waben vorbereiten für Anbrüter bzw.
• Zuchtvolk oder Sammelbrutableger vorbereiten
• Pflegevolk aussuchen und vorbereiten

Termin: Samstag, 29.März 2014
„Haus Düsse“ in Bad Sassendorf – Ostinghausen

Beim praktischen Teil werden wir das im Theorieteil erworbene Wissen gemeinsam in die Praxis praktisch umsetzen. Den Termin und die weitere Vorgehensweise für diesen Teil legen wir am 29. März gemeinsam fest. Jede/r Teilnehmer/in kann unter meiner Anleitung seine/ihre Königin züchten. Den Praxisteil werde ich in Störmede durchführen. Wenn gewünscht, können die Zuchtvölker auf einem geschlossenen Grundstück bis zum Schlupf der Königinnen abgestellt werden.

keine Teilnahmegebühren. Anfahrt und Mittagessen müssen aber selbst bezahlt getragen werden.